Vergleich

Money Vault vs Smart Receipts: Alltags-Tracker oder Belegmaschine für die Steuerzeit?

Aktualisiert am 10. April 2026 · 7 Min. Lesezeit

Smart Receipts macht seit 2012 im Kern nur eine Sache: Belege scannen und daraus PDF- oder CSV-Berichte erzeugen. Die App ist Open Source, günstig und bei Menschen beliebt, die Ausgaben für Steuerabzüge erfassen. Money Vault kann Belege auch scannen, kombiniert das aber mit Spracheingabe, KI-Chat und Mehrwährungs-Tracking. Welche App passt besser zu deinem Workflow?

Kurzfassung

In diesem Vergleich

  1. Was jede App macht
  2. Belegscan im direkten Vergleich
  3. Mehr als Scannen: Eingabemethoden
  4. Berichte und Exporte
  5. Funktionsvergleich
  6. Preis
  7. Fazit
91%
der Kleinunternehmer sagen, das Erfassen von Belegen gehört zu ihren zeitaufwändigsten Verwaltungsaufgaben
Quelle: QuickBooks Small Business Survey, 2025

Was jede App macht

Smart Receipts ist ein Belegverwaltungs-Tool – und das ist alles. Kein Voice-Tracking, keine KI, kein Budgeting. Du fotografierst einen Beleg, trägst Betrag und Kategorie manuell ein (oder lässt die OCR ausfüllen, was sie kann), und die App speichert ihn. Kommt die Steuerzeit, erzeugst du einen PDF- oder ZIP-Bericht mit allen Belegen sortiert nach Datum und Kategorie. Die App ist Open Source: Der Code ist öffentlich auf GitHub einsehbar, und eine Entwickler-Community trägt dazu bei.

Die Pro-Version kostet $10/Jahr und entfernt Werbung sowie fügt automatisches Backup hinzu. Das ist eines der günstigsten Premium-Angebote im gesamten Ausgaben-App-Bereich.

Money Vault ist ein vollständiger Ausgaben-Tracker, der Belegscannen mit einschließt. Das Scannen ist eine von vier Eingabemethoden: Sprache, Kamera, KI-Chat und manuelle Eingabe. Dazu kommen Kategorienbudgets, Ausgabenanalysen mit Diagrammen, Mehrwährungsumrechnung für 50+ Währungen und KI-gestützte Ausgabeneinblicke. Es ist eher eine App zum Verstehen, wohin das Geld geht, als zum reinen Ablegen von Belegen.

Belegscan im direkten Vergleich

Smart Receipts nutzt eine eigene OCR-Engine. Sie liest das Belegbild, versucht Gesamtbetrag, Datum und Händlername zu extrahieren, und füllt die Felder aus. Meistens muss man etwas korrigieren: Der Betrag liest vielleicht $12.5O statt $12.50, oder das Datum wurde falsch geparst. Die App ist dabei transparent und erwartet, dass du die Daten vor dem Speichern prüfst.

Money Vault nutzt Apples Vision Framework für On-Device-OCR. In der Praxis erfasst es Positionen, Gesamtbeträge und Händlernamen bei typischen Kassenbelegen mit weniger manuellem Nachbessern. Alles wird lokal verarbeitet – kein Upload-Delay, keine Belegbilder verlassen dein Gerät.

Smart Receipts punktet bei der Belegorganisation für Berichte. Jeder gescannte Beleg wird als angehängtes Bild in einem Trip oder Bericht gespeichert. Du kannst ein komplettes Paket mit allen Bildern, CSVs und einem formatierten PDF exportieren. Für Freelancer, die vierteljährlich Steuerbelege einreichen, ist diese Berichtsgenerierung das entscheidende Feature.

Money Vault speichert Belegdaten als kategorisierte Ausgaben in der App. Du siehst Ausgabenaufschlüsselungen und Trends, aber die App erzeugt keine steuerfertig aufbereiteten PDF-Belegpakete. Andere Ausgabe für einen anderen Zweck.

Money Vault (Spracheingabe)
~3 Sek.
Money Vault (Belegscan)
~8 Sek.
Smart Receipts (Scan + Prüfen)
~20 Sek.
Smart Receipts (manuelle Eingabe)
~30 Sek.
Zeit vom App-Öffnen bis zur vollständig erfassten Ausgabe. Redaktionelle Workflow-Schätzung auf Basis veröffentlichter Feature-Flows und erforderlicher Interaktionsschritte. Richtungsweisend, keine Labormessung.

Mehr als Scannen: Eingabemethoden

Hier trennen sich die Apps deutlich. Smart Receipts bietet zwei Eingabemethoden: Ein Belegfoto aufnehmen oder Details manuell eintippen. Das ist die gesamte Oberfläche. Hast du bar bezahlt und keinen Beleg, tippst du alles Feld für Feld ein: Betrag, Steuer, Kategorie, Kommentar, Zahlungsmittel. Es funktioniert, ist aber für Alltagseinkäufe langsam.

Money Vault bietet vier Wege, eine Ausgabe zu erfassen. Spracheingabe ist am schnellsten: Sage „Mittagessen 14 Euro" und die NLP-Engine parst Betrag, weist eine Kategorie zu und speichert den Eintrag. Belegscan funktioniert für Papierbelege. Manuelle Eingabe ist für präzise Kontrolle da. Und der KI-Chat lässt dich Transaktionen in natürlicher Sprache beschreiben, etwa: „Ich habe gestern 30 Euro für ein Museumticket in Berlin ausgegeben."

Wenn du Belege nur wenige Male pro Woche für Steuerabzüge erfassen musst, reicht Smart Receipts dafür aus. Wenn du tägliche Ausgaben über verschiedene Zahlungsmittel und Währungen trackst, spart Money Vaults Eingabevielfalt echte Zeit.

Tipp

Spracheingabe eignet sich besonders gut für Barzahlungen. Kein Beleg? Sag einfach „Taxi 15 Euro" – und es ist in unter 3 Sekunden erfasst. Smart Receipts hat dafür kein Äquivalent.

Mehr als nur Belegscan

Sprache, Kamera, KI-Chat, manuelle Eingabe. Vier Wege zum Erfassen von Ausgaben in einer App.

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Berichte und Exporte

Smart Receipts ist um Berichte herum gebaut. Du erstellst einen „Trip" (der eigentlich eine Berichtsgruppe ist), fügst Belege hinzu und exportierst alles als PDF, CSV oder ZIP. Das PDF enthält Belegbilder, Positionen, Gesamtbeträge und Kategoriezusammenfassungen. Steuerberater mögen dieses Format, weil es sich praktisch direkt einer Steuererklärung beilegen lässt.

Du kannst außerdem die Spalten im CSV-Export anpassen. Steuerbetrag, Zahlungsmittel und eigene Notizen gewünscht? Du konfigurierst die Vorlage einmal und jeder Export folgt ihr. Für Freelancer, die monatliche Spesenberichte an Kunden übergeben, ist diese Exportkontrolle wirklich nützlich.

Money Vault setzt auf visuelle Analysen statt auf exportfertige Berichte. Du bekommst Ausgabendiagramme, Kategorie-Aufschlüsselungen und Trendvergleiche direkt in der App. Die Daten liegen auf deinem Gerät, und die KI kann bei Bedarf Fragen dazu beantworten. Die App ist für persönliches Bewusstsein konzipiert, nicht für die Übergabe an Buchhalter.

Funktionsvergleich

Funktion Money Vault Smart Receipts
Spracheingabe ✓ NLP-Engine
Belegscan ✓ On-Device OCR ✓ Eigene OCR
KI-Chat-Assistent
PDF-Berichtexport ✓ Mit Belegbildern
CSV-Export ✓ Anpassbare Spalten
Steuerkategorie-Tracking
Mehrwährung (50+) ✓ Mehrere Währungen
Ausgabenanalysen ✓ Diagramme + KI-Einblicke ✕ Nur Grundsummen
Open Source ✓ GitHub
On-Device-Datenschutz
Plattform iOS iOS, Android
Preis Kostenlos / Premium Kostenlos / $10/Jahr Pro

Preis

Smart Receipts ist kostenlos mit Werbung. Die Pro-Version kostet $10/Jahr (manchmal als einmalige $9.99-Zahlung je nach Plattform). Pro entfernt Werbung und fügt automatisches Cloud-Backup hinzu. Das ist sehr günstig. Für ein Reines-Belege-Tool, das seinen Job gut macht, ist der Preis kaum zu schlagen.

Money Vault ist kostenlos für das Kern-Tracking: Spracheingabe, Belegscan, manuelle Eingabe, Kategorien und Ausgabendiagramme. Premium schaltet KI-Chat und erweiterte Analysen frei. Beide Apps gehören zu den günstigsten Optionen in der Ausgaben-Tracking-Kategorie – nur mit unterschiedlichem Feature-Set hinter der Bezahlschranke.

Wenn du nur Belege scannen und PDF-Berichte braucht, ist Smart Receipts für $10/Jahr schwer zu schlagen. Wenn du ein vollständigeres Tracking-Erlebnis mit Sprache, KI und Analysen willst, deckt Money Vaults Gratis-Stufe bereits mehr ab als Smart Receipts' Pro-Plan in diesen Bereichen.

Fazit

Smart Receipts ist ein Belegarchiv. Money Vault ist ein System zum Bewusstsein für das eigene Geldverhalten. Manche brauchen ein Archiv. Die meisten brauchen Bewusstsein. Wer Freelancer ist und beides will, kann Smart Receipts für Steuerbelege und Money Vault für tägliches Ausgaben-Tracking parallel nutzen. Die beiden stören sich nicht gegenseitig.

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